Gynäkologische Zytologie

​Die Bezeichnung PAP stammt vom griechischen Arzt George Nicolas Papanicolaou (1883- 1962). Er führte den sogenannte Pap(anicolaou)-Abstrich ein, mit dem eine frühe zytologische Diagnose des Gebärmutterhalskrebses in Reihenuntersuchungen möglich wurde.  

 
pap.jpg 
 
 
Bei einem PAP-Abstrich werden vom Gynäkologen mittels Bürste oder Spatel bis zu einer Million Zellen vom Gebärmutterhals abgenommen, davon werden technikbedingt etwa 50-300.000 auf den Objektträger ausgestrichen. 
 
Dieser Abstrich wird nach erfolgter Färbung von entsprechend geschulten BMAs mikroskopiert, denen zur Beurteilung pro Abstrich lediglich ca. 6-7 Minuten zur Verfügung stehen, um vielleicht nur 10-20 verdächtige Zellen zu finden.
 
Man kann die Frage stellen, warum nur so wenig Zeit zur Verfügung steht - dies ist bedingt durch die begrenzte Kapazität des menschlichen Gehirns, visuelle Information zu speichern. Jeder, der mit Kindern Memory gespielt hat, kennt dieses Phänomen. Die Bilddatenmenge des Zellbildes eines gynäkologischen Abstriches entspricht immerhin einer CD-Rom (700 MB).
 
 

Befundung

 
Die Mitarbeiter sind so geschult, dass sie etwa 96% aller Abstriche selbstständig beurteilen und nach dem sogenannten Papanicolaou-Schema (Pap I-Pap V) bewerten können. Um eine entsprechende Qualitätskontrolle durchzuführen, werden permanent etwa 10-15% aller Fälle der PAP I und PAP II-Kategorie von den Ärzten randomisiert überprüft.
 
Ca. 4% aller Befunde werden von den BMAs als unklar, als eine Krebsvorstufe (Dysplasie) oder auch als bösartig eingestuft. In all diesen Fällen wird von der BMA der letzte negative Abstrich aus Vorbefunden zu Kontrollzwecken erneut angeschaut, mit dem aktuellen Abstrich verglichen und beide zusammen dem Arzt vorgelegt. Der Arzt erstellt den Befund, der anschließend dem einsendenden Gynäkologen oder Allgemeinmediziner übermittelt wird.
 
 hirsch.jpg
 
Von diesen 4% werden jene Fälle, bei denen entweder die Diagnose eines Karzinoms vorliegt oder eine Diskrepanz zwischen der Meinung der (des) BMA und des Arztes besteht, täglich im Rahmen der sogenannten Fallbesprechung einer kritischen Evaluierung unterzogen. Alle Ärzte und die beteiligten BMAs diskutieren gemeinsam, um einen optimalen Befund zu erzielen. Diese Fallbesprechung wird daher auch von der Ärztekammer als Fortbildungsveranstaltung anerkannt und die Teilnahme mit DGP-Punkten honoriert. 
  
 
Letztendlich wird vom Zytologischen Institut den niedergelassenen Gynäkologen in mehr als 98% von den eingesandten 220.000 Fällen ein negativer Befund mitgeteilt, bei etwa 3.000 Patientinnen (1,4%) erfolgt jedoch die Empfehlung, entweder engmaschig zu kontrollieren, bioptisch abzuklären oder eine therapeutische Maßnahme zu setzen.
 
 
Diese Biopsien vom Gebärmutterhals werden in vielen Fällen an das Zytologische Institut gesandt und es kann somit eine interne Qualitätskontrolle durch den Vergleich des histologischen mit dem zytologischen Befund durchgeführt werden (Histo-Zyto-Korrelation).
 
Eine entsprechende Auswertung wird jährlich durchgeführt und die Resultate werden zum Zweck der Qualitätssicherungskontrolle der Österreichischen Gesellschaft für Zytologie zur Verfügung gestellt.
 

 

 
 
 
 
 

 

Letzte Aktualisierung: 20.11.2015